Anwendung

Lessmann setzt neue Maßstäbe in der Chemietechnik

Seit 1914 ist der sogenannte Raschig-Ring der Füllkörper in Trennkolonnen. In zahlreichen Modifikationen und Ausführungen kann man solche Füllkörper in Kolonnen einfüllen, um bei einem Austausch von Stoffkompenenten zwischen einer Gas- und einer Flüssigphase eine möglichst große Oberfläche bei möglichst kleinem Druckverlust der durchströmenenden Medien zu erreichen. Diese Füllkörper werden lose –unstrukturiert- in die üblicherweise Kreisrunden Kolonnen gekippt. Bei höheren Ansprüchen kann diese unstrukturierte Packung durch eine strukturierte Packung, welche auf die Abmessungen der Kolonne optimiert und dafür gefertigt ist, ersetzt werden. Diese sind jedoch teuer, schwer zu handhaben und auf die jeweiligen Abmessungen fixiert.

Die Lessmann GmbH als ein bekannter innovativer mittelständiger Fertigungsspezialist hat hierzu mit technischen Experten der Firma GEC Engineering and Consulting GmbH eine Lösung für solche Packungen entwickelt, die die Vorteile der unstrukturierten Packung mit denen der strukturierten Packung vereint, ohne jedoch die Nachteile (teuer, schwer handhabbar, unflexibel bei Abmessungen) der strukturierten Packung zu übernehmen.

Hinzu kommt, dass gerade unter dem aktuellen Aspekt der Reduzierung fossiler Brennstoffe alle namenhaften Betreiber und Errichter chemischer Anlagen versuchen, endotherme chemische Verfahren elektrisch statt fossil zu beheizen. Auch hierzu sind die neu entwickelten Packungen der Fa. Lessmann hervorragend in der Lage und bringen Wärme an die benötigte Stellen ohne nennenswerte Temperaturgradienten und mit maximaler Oberfläche zur effizienten Wärmeeinbringung.

Diese neuen Packungen erlauben daher bei einer Investition auf Höhe der unstrukturierten Packung, Betriebskosten auf Höhe der strukturierten Packung, und dies bei hoher Flexibilität und leichter Handhabbarkeit.

Zahlreichen Versuche bei der Fa. Lessmann und der TU Darmstadt konnten dies bestätigen und dokumentieren.

Neben Versuchen gemäß VDI-Richtlinie 2761 wurde dies an einer Amin-Wäsche zur Entfernung von CO2  getestet. Gerade eine effiziente Abscheidung von klimarelevanten Gasen um sogenannte „blaue“ Produkte zu erzeugen, sind der wirtschaftliche Schlüssel zur klimafreundlichen Umstellung von Produktionsprozessen in der Chemie-,  Petrochemietechnik und der Energieerzeugung.

Chemieindustrie, Kraftwerksbetreiber und Raffineriebetriebe profitieren

Besonders relevant sind diese Forschungsergebnisse für die Chemieindustrie sowie Raffinerien. Durch die Umstellung auf die neuen Packungen werden die Prozesse effizienter und kostengünstiger.

Dem aktuellen Projektstand geht ein mehrjähriger Forschungszeitraum voraus. In zahlreichen Experimenten und Forschungsreihen arbeiteten die Lessmann GmbH, die GEC Engineering and Consulting GmbH sowie die TU Darmstadt auf das aktuelle Ergebnis hin. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des  Förderprogramms „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand ZIM“ finanziell gefördert.

Die Forschung zur weiteren Optimierung dieser Packung dauert an. Stets aktuelle Informationen zum Stand des Projekts werden hier veröffentlicht.

Erteilte Gebrauchsmuster und Patente

Für dieses Projekt wurden bisher 12  Deutsche Bundesgebrauchsmuster durch das Deutsche Patent- und Markenamt erteilt und ein Patent auf Basis eines erteilten Gebrauchsmusters beantragt (Stand September 2025).

Teilnahme am Kraftwerkstechnischen Kolloquium

Am 6. und 7. Oktober 2026 findet in Dresden das 58. Kraftwerkstechnische Kolloquium statt. Wir sind erstmalig dabei und freuen uns auf einen spannenden Austausch.

Weiterführende Links

Technische Universität Darmstadt – Energiesysteme und Energietechnik

Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand

Bundeswirtschaftsministerium – Bedeutung der unterschiedlichen Farben im Energiesektor

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Auszüge und weitere Informationen zur Forschungsreihe mit Teststand:

Bestimmung der Flüssigkeitsverteilung

Zur Bestimmung der Flüssigkeitsverteilung in Kolonnen wurde ein eigener Teststand entwickelt und gebaut. Damit sichergestellt war, dass keine Beeinflussung durch den Flüssigkeitseintrag erfolgt, wurde der Teststand zuerst leer, d.h. ohne Füllkörper, getestet. Hierbei zeigte sich eine gleichmäßige Flüssigkeitsverteilung. Dann wurden zuerst Pallringe eingefüllt und zeigten bei verschiedenen Fluidbelastungen die Ergebnisse gemäß der oberen Reihe.

Anschließend wurden verschiedene alternative Füllkörper der Fa. Lessmann getestet und zeigten die Ergebnisse gemäß der unteren Reihe. Je gleichmäßiger die Farbverteilung, desto gleichmäßiger die Flüssigkeitsverteilung. Die alternativen Füllkörper der Fa. Lessmann zeigen sich hier dem Stand der Technik deutlich überlegen, wobei dies bei deutlich geringerem Druckverlust, geringerem Materialeinsatz und leichterer Handhabung und vergleichbaren Kosten erreicht wird.

Unterschied der Flüssigkeitsverteilung beim Einsatz von herkömmlichen Pallringen (obere Reihe) im Vergleich zu alternativen Füllkörpern von Lessmann (untere Reihe)

Versuchsaufbau zur Messung der Flüssigkeitsverteilung mit alternativen Füllkörpern von Lessmann

Schematische Darstellung des Versuchsaufbaus zur Messung der Flüssigkeitsverteilung mit Füllkörpern von Lessmann

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FAQs

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Hier finden Sie häufig gestellte Fragen und deren Antworten. Sie erhalten schnell und auf einen Blick Informationen zu Anliegen, die bei unseren Kunden und Interessenten häufig auftreten.

Ja. Ein Austausch kann Durchsatz erhöhen, Druckverlust senken oder Trennleistung verbessern. Vor einem Revamp müssen jedoch Tragfähigkeit, Verteiler, Sammler, Gas- und Flüssigkeitseinläufe sowie die verfügbare Packungshöhe geprüft werden.

Strukturierte Packungen werden bevorzugt eingesetzt, wenn ein sehr niedriger Druckverlust, eine hohe Trennleistung pro Meter, ein geringer Flüssigkeitsholdup oder eine genau definierte Geometrie erforderlich sind. Typische Anwendungen sind Vakuumrektifikation, Feinchemie, thermisch empfindliche Stoffe sowie Absorptions- und Desorptionskolonnen mit sauberen Medien.

Füllkörper sind sinnvoll, wenn einfache Handhabung, niedrige Anschaffungskosten, Reinigbarkeit, flexible Abmessungen und Robustheit im Vordergrund stehen. Typische Einsatzfälle sind Gaswäschen, korrosive Systeme mit Kunststoff- oder Keramikfüllkörpern, hohe Flüssigkeitsbelastungen sowie Prozesse mit Verschmutzungsrisiko.

Im üblichen Sprachgebrauch ja. Genauer bezeichnet „Füllkörper“ die einzelnen Elemente, zum Beispiel Pallringe, Sättel oder Hochleistungsringe. Die Gesamtheit der lose eingebrachten Elemente bildet die regellose oder unstrukturierte Packung.

Füllkörper sind einzelne Elemente, die lose in die Kolonne eingebracht werden und eine regellose Schüttung bilden. Strukturierte Packungen bestehen aus geordneten Packungslagen oder Modulen mit definierter Geometrie. Die geordnete Struktur ermöglicht eine gezieltere Strömungsführung und meist einen niedrigen Druckverlust. Füllkörper sind dagegen einfacher einzubauen, auszutauschen und häufig robuster gegenüber wechselnden Betriebsbedingungen.

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